Als sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs immer mehr Menschen zu einem Leben im Kloster berufen fühlten, beauftragte der Dominikanerorden in Lyon den Architekten Le Corbusier mit dem Bau einer Klosterschule. 80 Klosterschüler sollten sich dort in Abgeschiedenheit dem Studium und dem Gebet hingeben. Le Corbusier befand sich zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seines Ruhmes. Er hatte sich mit Wohnhäusern wie der Villa Savoye und den Wohnanlagen in Marseille und Nantes einen Namen gemacht. Das Kloster war jedoch kaum eingeweiht, als gleich zwei Krisen ausbrachen: Die Krise der katholischen Kirche und die Studentenunruhen. 1970 gab es in La Tourette keinen einzigen Studenten mehr. Einige wenige Dominikaner harrten im Kloster aus, weil ihrer Auffassung nach die Architektur des Ortes den geistigen Zielen des Ordens entspricht. Das Gebäude blieb im Eigentum des Dominikanerordens, wird heute aber als Tagungszentrum genutzt.