Säugetiere dominieren unseren Planeten. Durch ihre Kombination aus Fett, Fell und selbstregulierter Körpertemperatur konnten sie in alle Klimagebiete vordringen. Neue Filmtechniken zeigen Tiere in Extremsituationen, die bisher nicht für Dreharbeiten zugänglich waren. So ist es erstmals möglich, die größte Säugetier-Migration der Welt zu verfolgen, wenn zehn Millionen Flughunde vom Kongobecken zu speziellen Bäumen nach Sambia fliegen. Ebenfalls zuvor noch nie zu sehen: 30 ausgehungerte Eisbären, die gemeinsam einen Wal zerlegen, und der größte Schwergewichtskampf der Welt: Männliche Buckelwale ringen um eine Partnerin.
Durch ihren biologischen Bauplan können Säugetiere Leistungen vollbringen, die andere Modelle der Evolution alt aussehen lassen. Mit neuesten Superzeitlupen-Kameras wird auf spektakuläre Weise sichtbar, was das etwa im Fall einer Elefanten-Spitzmaus bedeutet, der ein Wüstenwaran nachstellt. Im Gegensatz zu Reptilien sind die Säugetierbeine direkt unter dem Körper angeordnet. Dadurch ist die Spitzmaus zwar weniger standfest, aber viel schneller und wendiger. Der Waran kommt ihr einfach nicht nach.
Wie flexibel das Säugetier-Konzept ist, zeigt das Beispiel der Weddell-Robbe. Die Tiere leben das ganze Jahr über auf dem Eispanzer der Antarktis. Sie trotzen minus 40 Grad und wochenlangen Schneestürmen – nur mit selbst erzeugter Körperwärme. Ein dichtes Fell und eine dicke Fettschicht sorgen dafür, dass diese Energie nicht zu schnell entweicht. Entscheidend ist aber eine hochkonzentrierte Kraftnahrung für die Jungen: Milch. Diese Methode, Energie von der Mutter direkt auf den Nachwuchs zu übertragen, war der entscheidende biologische Kunstgriff in der Evolution der Säugetiere.
Doch das Säugen hat auch noch eine weitreichende soziale Dimension. Die engen Bindungen, die dabei zwischen Mutter und Jungen entstehen, sind Voraussetzungen für die hoch entwickelten sozialen Fähigkeiten der Säugetiere. Perfekt koordinierte G