'Oh, alte Burschenherrlichkeit', denkt sich Hauptkommissar Schickl, als er den Paukboden der Studentenverbindung 'Diestorphia' betritt: Rüdiger Michna ist in Folge eines Fechtkampfes verblutet. Doch es kann keine normale Mensur gewesen sein, denn dafür wurden zu viele Regeln gebrochen, und der sonst stumpfe Fechtsäbel war diesmal tödlich scharf geschliffen. Also, wer hat ein Interesse an Rüdigers Tod gehabt? Schnell steht fest, dass nur drei Waffenbrüder die Gelegenheit zu dem Mord hatten: Tilman Steineck, der findige Jurastudent, Frank Bobrowski, der aus seinen extremen politischen Ansichten kein Geheimnis macht, und der ängstliche 'Fuchs' Justus Cordes. Aber wo liegt das Motiv? Es ist eine harte Nuss, die die Beamten der SOKO 5113 dieses Mal zu knacken haben, denn getreu nach dem Motto 'Einer für alle, alle für einen' haben sich die drei Studenten geschworen, zu schweigen. Doch sie haben nicht damit gerechnet, dass Susanne von Hagenberg nicht nur über eine spitze Zunge, sondern auch über eine schnelle Hand beim Fechten verfügt ...
Wenn es um deutsche Krimis geht, führt kein Weg an "Tatort" vorbei. Diese Serie ist mehr als nur eine gewöhnliche Krimireihe; sie ist ein Phänomen, das seit 1970 die Zuschauer begeistert. Unter dem Titel "Tatort" vereinen sich Dutzende von Krimiserien, die von den verschiedenen ARD-Anstalten produziert werden. Jede Episode hat ihre eigenen Ermittlerteams, die in unterschiedlichen Städten Mordfälle aufklären. Das macht jede Folge einzigartig und zeigt dabei auch noch die regionalen Eigenheiten der jeweiligen Orte.
Die erste Episode wurde am 29. November 1970 ausgestrahlt und seitdem sind über 1300 Folgen entstanden. Was macht "Tatort" so besonders? Nun, zum einen ist es die Vielfalt an Charakteren: Von Paul Stoever (gespielt von Manfred Krug) bis hin zu Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) oder Frank Thiel (Axel Prahl), jeder Ermittler bringt seinen eigenen Stil in die Ermittlungen ein. Diese tiefgründigen Charaktere sorgen dafür, dass man sich nicht nur für den Fall interessiert, sondern auch für ihre persönlichen Geschichten.
Ein weiterer Grund, warum "Tatort" so beliebt ist, liegt im Format der Serie selbst. Mit einer Laufzeit von etwa 90 Minuten pro Episode haben die Macher genug Zeit für spannende Plot-Twists und tiefere Charakterentwicklungen. Zudem wird jede Folge in einer anderen Stadt gedreht – das bedeutet also eine regelrechte Reise durch Deutschland sowie nach Österreich und in die Schweiz! So wird der Schauplatz oft selbst zum Protagonisten der Geschichte und bringt frischen Wind in jeden neuen Fall.