Der weiße Ritter galoppiert durch die Manege, der schwarze Ritter setzt zum entscheidenden Stoß an und hebt seinen Kontrahenten aus dem Sattel. Die Zuschauermenge hält den Atem an - so täuschend echt sieht es aus, wie die Lanze in der Brust des weißen Ritters stecken bleibt - und belohnt die Show mit einem frenetischen Applaus! Was das Publikum nicht ahnt: Luc Ardoye, Star der Kaltenberger Ritterspiele und Chef der Stunt-Crew, ist tatsächlich getroffen worden. Marie, seine Frau, ist fassunglos, und Rollo Hofer, der den schwarzen Ritter spielt, kann sich nicht erklären, wie es zu diesem tödlichen Unfall gekommen sein kann. Prinz Luitpold von Bayern, der Schirmherr der Show, sieht nur eine Möglichkeit herauszufinden, was wirklich passiert ist und ruft seinen alten Schulfreund an, der sofort zur Hilfe bereit ist. Allerdings ahnt Horst Schickl nicht, was es für ihn und sein Team von der SOKO 5113 heißt, im 'Mittelalter' undercover zu ermitteln ...
Wenn es um deutsche Krimis geht, führt kein Weg an "Tatort" vorbei. Diese Serie ist mehr als nur eine gewöhnliche Krimireihe; sie ist ein Phänomen, das seit 1970 die Zuschauer begeistert. Unter dem Titel "Tatort" vereinen sich Dutzende von Krimiserien, die von den verschiedenen ARD-Anstalten produziert werden. Jede Episode hat ihre eigenen Ermittlerteams, die in unterschiedlichen Städten Mordfälle aufklären. Das macht jede Folge einzigartig und zeigt dabei auch noch die regionalen Eigenheiten der jeweiligen Orte.
Die erste Episode wurde am 29. November 1970 ausgestrahlt und seitdem sind über 1300 Folgen entstanden. Was macht "Tatort" so besonders? Nun, zum einen ist es die Vielfalt an Charakteren: Von Paul Stoever (gespielt von Manfred Krug) bis hin zu Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) oder Frank Thiel (Axel Prahl), jeder Ermittler bringt seinen eigenen Stil in die Ermittlungen ein. Diese tiefgründigen Charaktere sorgen dafür, dass man sich nicht nur für den Fall interessiert, sondern auch für ihre persönlichen Geschichten.
Ein weiterer Grund, warum "Tatort" so beliebt ist, liegt im Format der Serie selbst. Mit einer Laufzeit von etwa 90 Minuten pro Episode haben die Macher genug Zeit für spannende Plot-Twists und tiefere Charakterentwicklungen. Zudem wird jede Folge in einer anderen Stadt gedreht – das bedeutet also eine regelrechte Reise durch Deutschland sowie nach Österreich und in die Schweiz! So wird der Schauplatz oft selbst zum Protagonisten der Geschichte und bringt frischen Wind in jeden neuen Fall.