Jesse „The Body“ Ventura (bürgerlich James George Janos) ist ein US-amerikanischer Politiker, Schauspieler und ehemaliger professioneller Wrestler. Nach seinem Erfolg bei der WWE war er von 1999 bis 2003 der 38. Gouverneur von Minnesota. Er wurde für die Reformpartei gewählt und ist der einzige Kandidat dieser Partei, der ein hohes Regierungsamt erringen konnte.
Ventura war während des Vietnamkriegs Mitglied des US-amerikanischen Kampfschwimmerteams der Marine. Nach seinem Ausscheiden aus dem Militär begann er von 1975 bis 1986 eine Karriere als professioneller Wrestler, zunächst als Bösewicht (Heel) unter dem Ringnamen „Jesse ‚The Body‘ Ventura“. Er war lange Zeit als Wrestler und Kommentator bei der WWE tätig und wurde 2004 in die WWE Hall of Fame aufgenommen. Neben dem Wrestling verfolgte Ventura auch eine Schauspielkarriere und wirkte in Filmen wie „Predator“ und „Running Man“ mit.
Ventura begann seine politische Karriere 1991 mit seiner Wahl zum Bürgermeister von Brooklyn Park, Minnesota, ein Amt, das er bis 1995 innehatte. Bei den Gouverneurswahlen 1998 in Minnesota kandidierte er für die Reformpartei und führte einen Wahlkampf mit geringem Budget, der auf Basisveranstaltungen und ungewöhnliche Werbung setzte, mit der er die Bürger dazu aufrief, nicht „für die übliche Politik zu stimmen“. Überraschenderweise besiegte Ventura sowohl den Kandidaten der Demokraten als auch den der Republikaner. Aufgrund parteiinterner Machtkämpfe verließ Ventura die Reformpartei ein Jahr nach seinem Amtsantritt und absolvierte den Rest seiner Amtszeit als Mitglied der Unabhängigkeitspartei von Minnesota. Seitdem er öffentliche Ämter bekleidet, bezeichnet sich Ventura selbst als „Staatsmann“ statt als Politiker.
Als Gouverneur setzte Ventura Reformen der Grundsteuer in Minnesota sowie die erste Umsatzsteuerrückerstattung des Bundesstaates durch. Zu seinen weiteren Initiativen gehörten der Bau der Stadtbahnlinie METRO Blue Line im Großraum Minneapolis-Saint Paul und Senkungen der Einkommensteuer. Ventura kandidierte nicht für eine Wiederwahl. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 2003 wurde er Gastwissenschaftler an der John F. Kennedy School of Government der Harvard University. Seitdem moderierte er diverse politische Fernsehsendungen auf RT America und Ora TV und veröffentlichte mehrere Bücher. Ventura ist eine prominente Figur in der Politik unabhängiger Parteien und brachte wiederholt die Idee ins Spiel, als unabhängiger Kandidat für das Amt des US-Präsidenten zu kandidieren.
Ende April 2020 sprach sich Ventura für die Grüne Partei bei der Präsidentschaftswahl 2020 aus und bekundete Interesse an einer Kandidatur für deren Nominierung. Am 2. Mai trat er offiziell der Grünen Partei von Minnesota bei. Am 7. Mai bestätigte er jedoch, dass er nicht kandidieren werde. Der Landesverband der Grünen in Alaska nominierte Ventura ohne sein Zutun, woraufhin sich die Bundespartei von ihm distanzierte, da er seinen Kandidaten Howie Hawkins im Stich gelassen hatte.