Wenn die Sonne hinter dem herrschaftlichen Anwesen von "Downton Abbey" aufgeht, das Schloss als monumentaler Beweis der englischen Aristokratie im Morgenlicht erstrahlt, sieht es so aus, als würde sich das auch in 1000 Jahren nicht ändern. "Downton Abbey" ist die Heimat der Familie Crawley, aus ihren Reihen entstammt seit 1772 der "Earl of Grantham". Aber mit der Nachricht vom Untergang der Titanic beginnt sowohl für die Crawleys als auch für ihre Dienerschaft die Zeit der Veränderung.
Holt schon mal das Korsett aus dem Schrank: Noch 13 Tage, dann geht „The Gilded Age“ weiter! Die vierte Staffel von Julian Fellowes' Kostümdrama startet am Sonntag, 1. November 2026, auf HBO. In Deutschland müsst ihr nur eine Nacht länger warten. Am Montag, 2. November, kommt die erste Folge zu WOW, Sky Go und HBO Max und läuft am Abend auch auf Sky Atlantic. Insgesamt gibt's acht neue Episoden, und zwar jede Woche eine statt alle auf einmal. Ihr habt also zwei Monate lang jeden Montag ein Date mit der New Yorker High Society. Der volle Trailer ist seit ein paar Tagen draußen, und nach dem ist klar: So wackelig war das Fundament der Russells noch nie.
Kurz zur Erinnerung, falls eure letzte Folge schon eine Weile her ist: Im Mittelpunkt stehen die Neureichen Bertha und George Russell (Carrie Coon und Morgan Spector). Sie leben direkt gegenüber vom alteingesessenen van-Rhijn-Haushalt und mischen das alte Geld ordentlich auf. Bisher gibt's drei Staffeln mit 25 Folgen. Das Finale von Staffel 3 war ziemlich heftig. George wird in seinem Büro angeschossen und überlebt nur, weil Dr. William Kirkland (Jordan Donica) ihn rettet. Danach sieht es kurz so aus, als würden sich Bertha und George wieder näherkommen. Bertha feiert ihren größten Triumph: Tochter Gladys (Taissa Farmiga) ist jetzt glücklich verheiratete Herzogin, und Bertha hat obendrein dafür gesorgt, dass geschiedene Frauen wieder auf Bälle dürfen. Aber George verzeiht ihr nicht, dass sie Gladys in eine Ehe ohne Liebe gedrängt hat. In der letzten Szene verlässt er Bertha. Zum Glück gab's auch schöne Momente. Marian (Louisa Jacobson) und Larry (Harry Richardson) finden zögerlich wieder zueinander, und Peggy (Denée Benton) hat sich mit William verlobt.
Und genau da macht Staffel 4 weiter. Das offizielle Motto von HBO: Bertha hat die Gesellschaft verändert, aber das hatte seinen Preis. In der neuen Ära muss man aufpassen, was man sich wünscht. Laut Autorin und Produzentin Sonja Warfield spielt die Staffel in den Jahren 1885 und 1886. Im Trailer sieht man, wie Bertha verzweifelt versucht, ihren Mann zurückzugewinnen, während sich die Nachricht von ihrer Trennung durch ganz New York verbreitet. Morgan Spector sagt, die beiden versuchen herauszufinden, wie sie wieder zueinanderfinden können. Leicht wird das nicht. Carrie Coon hat in Interviews sogar von einem beginnenden feministischen Erwachen ihrer Figur gesprochen. Wer Coon zuletzt in „The White Lotus“ oder als Gloria Burgle in „Fargo“ gesehen hat, weiß, dass sie aus so einem Stoff locker eine Emmy-Szene macht. Der Ton wird dadurch spürbar ernster. Bisher ging's vor allem um den Aufstieg der Russells, jetzt eher darum, was er sie gekostet hat.