In Cabot Cove wird unter der Regie von Seth Hazlett ein Laienschauspiel aufgeführt, ein Stück aus der Zeit der Hexenverbrennung. Mariah Osborne, die noch neu im Ort ist, übernimmt die Rolle der unschuldig verfolgten Hexe Rachel Abbott. Außer ihr spielen auch Seth, der Richter Willard Clinton, der Versicherungskaufmann Nate Parsons, Lydia Winthrop, die zusammen mit ihrem Mann Charles ein gutgehendes Geschäft betreibt, Penelope und natürlich Eve Simpson in dem Stück mit. Eines Nachts wird der Safe der Winthrops aufgebrochen. Seltsamerweise fehlt nichts, aber ein Hinweis deutet auf Mariah als Täterin. Sie gerät noch mehr in Verdacht, als Nates Gartenhaus, in dem er alte Versicherungsunterlagen aufhebt, in Flammen aufgeht. Als kurz darauf auch noch Richter Clinton ermordet wird, sieht Sheriff Metzger sich gezwungen, Mariah festzunehmen. Es stellt sich heraus, dass sie in Wirklichkeit Mary Lynn Walker heißt und die Tochter von Monica Walker ist, der früheren Sekretärin der Winthrops. Diese war vor über 20 Jahren des Diebstahls beschuldigt und verurteilt worden. Mary will beweisen, dass ihre Mutter unschuldig hinter Gittern saß. Jessica unterstützt sie dabei.
Eine der mit Spannung erwarteten Vorpremieren des diesjährigen Fernsehfestivals in Monte Carlo war die von Poker Face. Es handelt sich um ein Krimidrama, das von Peacock jenseits des Atlantiks in Auftrag gegeben wurde. Nachdem er uns mit seinen Knives Out - Mord ist Familiensache und Glass Onion: A Knives Out Mystery erfreut Rian Johnson, ist er nun mit Poker Face zurück. Jede Episodenstruktur folgt demselben Schema, ein Vorspiel, in dem jemand stirbt, dann die Heldin, die bereits vor Ort ist und versucht, den Mord aufzuklären, nicht aus beruflicher Gewissenhaftigkeit, sondern weil sie menschlich in die Gemeinschaft eingebunden ist. Die ersten beiden Episoden wurden auf dem Festival ausgestrahlt und sind herrlich frisch.
Charlie hat die außergewöhnliche Fähigkeit, festzustellen, wenn jemand lügt, auch wenn sie darauf besteht, dass es keine Superkraft ist, sondern eher eine Intuition. Sie ist mit ihrem Plymouth Barracuda unterwegs und bei jedem Halt trifft sie auf eine Reihe neuer Personen, die in seltsame Verbrechen verwickelt sind. Sie kann nicht anders, als sie aufzuklären. Eine ganze Reihe von Gaststars, von Adrien Brody über Joseph Gordon Levitt bis hin zu Chloë Sevigny und Cherry Jones, beehren die Serie mit ihrer Anwesenheit, zur Freude der Zuschauer. Man sieht sogar durch den Bildschirm hindurch, dass sie alle Spaß haben. Charlie hinterlässt einen Haufen Leichen, aber wenigstens wissen wir, wer sie getötet hat. Die von Natasha Lyonne gespielte Heldin hat es faustdick hinter den Ohren, sie ist unkompliziert und witzig … Okay, vielleicht kommt diese Rolle der von Matrjoschka ein wenig nahe … na und, dieser Stil passt so gut zu ihr! Man muss dazu sagen, dass Rian Johnson ihr diese Rolle auf den Leib geschrieben hat, nachdem er die Serie während des Covids gesehen hatte, also konnte keine andere als Natasha Lyonne Charlie darstellen. Sie hat es wie jeder andere auch schwer, aber sie beschwert sich nicht. Trotz ihrer Gabe, die sie oft in unangenehme Situationen bringt. Während die erste Episode ihre Flucht vor dem Chef des Kasinos, in dem sie arbeitet, einleitet, ist der Roadtrip ins tiefste Amerika umso angenehmer.
Alle Elemente klassischer Detektivgeschichten wie Mord ist ihr Hobby oder dem professionelleren Columbo werden zur Freude der Fans des Genres übernommen. Hinzu kommt ein Hauch von Modernität, Action und eine zeitlose Natasha Lyonne, die bei Serienliebhabern auf einhellige Zustimmung stoßen wird. Manchmal durchschaut Charlie die Hintergründe des Falls sehr schnell, aber dann muss sie auch noch die nötigen Beweise vorlegen, um ernst genommen zu werden. Die Serie hat dieses gewisse Etwas an Kitsch und Nostalgie, denn obwohl sie in der heutigen Zeit spielt, könnte man meinen, die 70er Jahre seien wieder da.