Jessicas Freundin Sibella, eine erfolgreiche Romanautorin, hält in Cabot Cove eine Lesung. Weil ihr der Ort gefällt, will sie ihren neuen Roman dort fertigschreiben. Zu diesem Zweck hat sie sich ein Haus an der Bucht gemietet, das sie mit ihrem Mann Derek, dessen Tochter Valerie, deren Freund Colin und ihrer Assistentin Marian bewohnt. Doch schon bald stellen sich Probleme ein. Um seinen dunklen Geschäften weiter nachgehen zu können, will Phil Coile Sibella von der Baufälligkeit des Hauses überzeugen. Aber die ist stur und lässt sich nicht vertreiben. Als sie eines Abends Jessica und Seth zu einer Party einlädt und selbst nicht erscheint, suchen die Gäste nach ihr. Schließlich finden sie Sibella im Wasser und können sie gerade noch vor dem Ertrinken retten. Denn Sibella ist durch die morschen Bodenbretter des Bootshauses gebrochen. Zwar bemerkt Jessica, dass die Dielen angesägt wurden, sagt jedoch nichts. Am nächsten Morgen findet man die Leiche von Marian - in dem Mantel ihrer Chefin. Bald stellt sich heraus, dass es gleich mehrere Personen gibt, die Sibella lieber tot als lebendig sehen würden. Jessica nimmt sich des Falles an und kommt bald einem tödlichen Komplott auf die Spur...
Eine der mit Spannung erwarteten Vorpremieren des diesjährigen Fernsehfestivals in Monte Carlo war die von Poker Face. Es handelt sich um ein Krimidrama, das von Peacock jenseits des Atlantiks in Auftrag gegeben wurde. Nachdem er uns mit seinen Knives Out - Mord ist Familiensache und Glass Onion: A Knives Out Mystery erfreut Rian Johnson, ist er nun mit Poker Face zurück. Jede Episodenstruktur folgt demselben Schema, ein Vorspiel, in dem jemand stirbt, dann die Heldin, die bereits vor Ort ist und versucht, den Mord aufzuklären, nicht aus beruflicher Gewissenhaftigkeit, sondern weil sie menschlich in die Gemeinschaft eingebunden ist. Die ersten beiden Episoden wurden auf dem Festival ausgestrahlt und sind herrlich frisch.
Charlie hat die außergewöhnliche Fähigkeit, festzustellen, wenn jemand lügt, auch wenn sie darauf besteht, dass es keine Superkraft ist, sondern eher eine Intuition. Sie ist mit ihrem Plymouth Barracuda unterwegs und bei jedem Halt trifft sie auf eine Reihe neuer Personen, die in seltsame Verbrechen verwickelt sind. Sie kann nicht anders, als sie aufzuklären. Eine ganze Reihe von Gaststars, von Adrien Brody über Joseph Gordon Levitt bis hin zu Chloë Sevigny und Cherry Jones, beehren die Serie mit ihrer Anwesenheit, zur Freude der Zuschauer. Man sieht sogar durch den Bildschirm hindurch, dass sie alle Spaß haben. Charlie hinterlässt einen Haufen Leichen, aber wenigstens wissen wir, wer sie getötet hat. Die von Natasha Lyonne gespielte Heldin hat es faustdick hinter den Ohren, sie ist unkompliziert und witzig … Okay, vielleicht kommt diese Rolle der von Matrjoschka ein wenig nahe … na und, dieser Stil passt so gut zu ihr! Man muss dazu sagen, dass Rian Johnson ihr diese Rolle auf den Leib geschrieben hat, nachdem er die Serie während des Covids gesehen hatte, also konnte keine andere als Natasha Lyonne Charlie darstellen. Sie hat es wie jeder andere auch schwer, aber sie beschwert sich nicht. Trotz ihrer Gabe, die sie oft in unangenehme Situationen bringt. Während die erste Episode ihre Flucht vor dem Chef des Kasinos, in dem sie arbeitet, einleitet, ist der Roadtrip ins tiefste Amerika umso angenehmer.
Alle Elemente klassischer Detektivgeschichten wie Mord ist ihr Hobby oder dem professionelleren Columbo werden zur Freude der Fans des Genres übernommen. Hinzu kommt ein Hauch von Modernität, Action und eine zeitlose Natasha Lyonne, die bei Serienliebhabern auf einhellige Zustimmung stoßen wird. Manchmal durchschaut Charlie die Hintergründe des Falls sehr schnell, aber dann muss sie auch noch die nötigen Beweise vorlegen, um ernst genommen zu werden. Die Serie hat dieses gewisse Etwas an Kitsch und Nostalgie, denn obwohl sie in der heutigen Zeit spielt, könnte man meinen, die 70er Jahre seien wieder da.