Fast jeder zweite junge Muslim neigt dazu Demokratie und Pluralismus abzulehnen, islamische Gesetze würden über dem Rechtsstaat stehen. Auch fast die Hälfte sagt, Musliminnen müssen ein Kopftuch tragen. Das sind die Zahlen aus einer 2026 veröffentlichten Studie des Sozialwissenschaftlers Kenan Güngör. Ist elf Jahre nach der großen Flüchtlingsbewegung 2015 in Sachen Integration, Akzeptanz westlicher Werte und kulturellen Gemeinsamkeiten zu wenig passiert, haben sich die kulturellen Gräben vertieft oder braucht Integration nur einfach mehr Zeit? Vor dem Hintergrund des Kopftuchverbots an den Schulen für unter 14-Jährige, Debatten über ein Verbot des „politischen Islam“ und Sorge vor Radikalisierung geht Hanno Settele in Dok1 der Frage nach, wie die Situation sich unter den Jugendlichen, vor allem unter muslimischen Jugendlichen mit Migrationshintergrund, darstellt.