Wenige Politiker bleiben in Erinnerung, wenn sie die Bühne des öffentlichen Lebens verlassen haben, vielleicht Bundesräte, ganz selten aber Parlamentarier. Doch das 19. Jahrhundert brachte Persönlichkeiten hervor, die den Bundesstaat in einem Masse prägten, wie das heute kaum mehr vorstellbar ist. Eine solche Figur ist Alfred Escher (1819 bis 1882). Doch politische Helden sind in der Schweiz verpönt, zu gross ist die intuitive Ablehnung gegen zu grosse Machtballung und dominante, charismatische Persönlichkeiten. Dies ist vermutlich auch der Grund, weshalb Alfred Escher in den Schweizer Geschichtsbüchern keinen ihm gebührenden Platz einnimmt. Dennoch kommt Escher ein aussergewöhnlicher Stellenwert zu. Keiner vor und auch nach ihm hat so viele Funktionen gleichzeitig erfüllt und die sich daraus ergebende Machtfülle so geschickt für die Zukunft des Landes zu nutzen gewusst. So war Alfred Escher mit 29 Jahren Zürcher Regierungsrat und im neuen Bundesstaat in der ersten Garde der Nationalrä